oncertgebouw

man schlage nach in den aufzeichnungen, wo das convertgebouw erwähnt wird. der pianist, der nachschlägt auf der tastatur. nun, nachdem ich arm an geld geworden war, sommers, xx20, spielte ich für wenig geld, klimpergeld aus dem portemonnaie, eine kuriose lotterie, wusste nicht, wofür, weshalb, wohin. ich gewann den dritten preis, nein, den ersten preis, der mit einer fahrkarte ausgestattet war. übernachtung (was für ein wort) nicht inbegriffen. auch ein seltsames wort. umsonst im converrtgebouw in amsterdam, 20uhrdreissig, mit durst, ich hatte mir nichts mitgenommen ausser tabak und schnaps. vor dem gebäude leerte ich die kleine schnapsflasche und schmuggelte die bierdose. ich öffnete sie beim einlass, wo so viele menschen einlass begehrten und genug geräusche machten. ich trank schlucke während mahler, dann beethoven, und mittendrin, nach händel oder xenakis, nein, etwas von skrjabin, kleines stück, gab es eine kleine pause, wo ein sogen. moderator sich erklärte, um verständnis einzuholen. er sagte, ungefähr, meine damen und herren, der pianist hat sich ausgebeten (was für ein wort), etwas zu spielen, was im programm nicht verzeichnet ist. er, der sogen. moderator, bat um verständnis und gleichermassen geneigte aufmerksamkeit, denn, so sagte er, es mag sein, dass dieses klavierstück uns verfremdet, weder verstört, noch unangenehm weghören lässt, oder gestört im genuss der versprochenen musik an diesem abend, und er wisse keinesfalls, was es nun zu hören gäbe, denn nichts wäre angesprochen oder vorgehört. der pianist war ein sogen. newcommer in der szene, ein dünner mann mit langen, dünnen fingern, und in seinem ärmellosen shirt sah er aus wie zum gotterbarmen. nun, ich verfüge über ein visuelles gedächtnis. was ich einmal angesehen habe, entrinnt mir nicht mehr. die klänge, die ich dann hörte, sah ich als notationen und wusste, dass es von marilu war. ich habe weiters nicht achten können, wie das publikum reagiert hat. ich wollte den pianisten fragen, woher und wieso etc. ich liess ihn in ruhe, machte viel später seine adresse ausfindig. er sagte, man hätte ihm die komposition, die, wie er meinte, keine sei, zugesendet, und er habe dies, ohne übung, weil er noten sofort verinnerlichen kann, also sofort auswendig, vorzuführen wollen, um, wie er sagte, in jedem ton eine befremdung zu erleben, die er sonst, als pianist, nicht erlebt. es ist marilus komposition aus xx19, eher aus dem jahr zuvor, als ich in bernhards müll papiere herauskramte um zu wissen, wie es um ihn bestellt ist, ob er lebt.

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