lucia berlin

wer wie ich, sommers, über längst abgeerntete, nicht mehr bestellte, stellenweise verdorrte, verlassene, nachgelassene, alleingelassene, vor sich hindämmernde, ganz der einsamkeit überlassende, von toten schnecken bewohnte, mäusen im abendgewandt, sich bettenden insekten, trockenen würmern, staub und unrat der vorbeifahrenden, grasinseln ohne bewegung, starr, kämpfend, wobei nebenan das verdorrte sich erdet, zugrunde sich legt, einverstanden mit allem, was geschieht, über diese felder geht, der, wie ich, das aufnimmt mit händen als ein gemüt, der es in worte überträgt, wissend, dass dies nicht möglich ist, der diesen text eingräbt in fernere felder, gut und grün, und im wachsen begriffen, unauffindbar und überpflügt von bauern im märz, beschreibt das schreiben, das vergebens ist und gesagthaben macht, fern der belobigung, fern. geschrieben für unkenntnis und doch da, zerhäckselt im erdreich, ganz bei sich,und der schreiber kehrt in sein zuhause, er legt sich, bettet sich wie das fremde getier in neuer, fremder umgebung, und gibt sich nach einigem zweifeln, richtig getan zu haben, anheim, in den schlaf bis zum morgen.

lucia berlin erinnert.

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