im totenhäuschen_drei

selma sagt, Sie, der lehrer, haben gesagt, es gibt keine furcht und keine angst darinnen. das ist wahr, und es gibt keine trauer. meine trauer, mein schmerz ist früher gewesen, ich habe im häuschen weinen müssen, aber ich habe geweint, als ob ich mir beim weinen zugesehen habe, ich habe mich gesehen, wie ich weinte, aber mein herz war woanders, nicht bei xx, bei xc, bei etc., ich war in den bildern, als wir noch alle zusammen lebten, die schönheit eines moments der traurigkeit, weil man weiss, dass es ein augenblick ist und sonst nichts. eigentlich waren die tränen für diesen augenblick, vor soundsovielen jahren, als wir zusammen waren und ich das weinen … als das weinen sich verborgen hat, aufsparend für den tag, wenn trauer angemessen erscheint.

natürlich hat selma dieserart nicht geredet, nicht geschrieben. ich habe einige ihrer texte und gespräche transformiert, aber der gehalt ist der gleiche. ich bitte um nachsicht, wenn meine transformierende sprache derart, wie selma sich verständigte, von ihrem wesen wegführt umd sie so, fehlgehend, darstellt. selma hat jahre später physik und neurowissenschaften studiert, wie man so sagt. auf einem spaziergang in meiner verhassten stadt sind wir uns begegnet, und wir haben getan, als würden wir uns nicht kennen.

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