der frost meines herzens

ist der titel einer meiner imaginären filme, deren story ich nicht ausführe, sondern nur den sogen. soundtrack … nicht komponiere, sondern beispielsweise an der orgel der freikirchlichen kirche, allein, für ungefähr eine stunde erlaubt, ich diesem, nun: kitschig klingenden titel mit tönen eine story zu geben versuche, die einerseits dem titel gerecht werden und andernteils einem möglichen kitsch entgegenlaufen. das ist sehr aufregend für mich, denn der sogen. kitsch ist auch in mir, und manchertags könnte ich mich zu mir flüstern hören, es wäre frost in mir, das mir, das wir nahe dem herzen so gerne verorten.

nun, diese zeilen sind fast echt, flossen die buchstaben doch fast unkontrolliert, wenn auch mit kleiner lenkung. wir schreiber. ich mag solche texte, obwohl ich sie eigentlich nicht freigeben möchte, denn sie sind teilweise ungelenk und schlingern aus dem rhtytmus, den rhytmus guter sprache, den/die ich so sehr mag.

nun, was passiert weiter an dieser orgel, mit mir, einem aufscheinenden ichteil, den ich selten zulasse. wie improvisieren, wenn sich scheinbar widerstreitende ichanteile auftun, welche finger an mir suchen welche töne und welche meiner finger biegen um und verwerfen die den anschlag begehrenden tasten. wer kann mir folgen?

eines tags im gottesdienst in einer anderen kirche liess ich elektronisch eine derart erzeugte filmmusik abspielen, wobei die sogen. gemeinde glaubte, ich spielte in jetztzeit die orgel. zu herzen gerührt, das hat mir hernach niemand gesagt, wiewohl solche bekundung mir oft entgegengebracht wird. nein, es war keiner ergriffen oder hat etwas geweint. beim nachträglichen kaffee in der gemeindestube gab es den einen oder anderen der gottesdienstbesucher, die sagten, es wäre schön, mich wiederzusehen und ob es meiner frau gut ginge, und ob der fuchs wiedergekommen wäre, um meine hühnchen zu rauben.

später, nachmittags, als ich das gehege noch mehr sicherte, hörte ich teile des orgelstücks, das ich elektronisch zum besten gegeben hatte, und ich werkelte am zaun des geheges mit einer schönen sicherheit, das richtige für meine tiere zu tun. es war ein wenig kalt und windig, ich fühlte mich gut, so gut, als würde in nächster zeit nichts schlimmes passieren können. mit mir, meinen tieren, dem haus, mit meiner frau.

ich bin glücklich, diesen text geschrieben zu haben. der rhytmus hat sich ergeben. am ende. schließlich, zum schluss.

Schreibe einen Kommentar