auf der kirmes_zwei

man schlage nach in den aufzeichnungen. einige derer, die sich verloren hatten in der geisterbahn, so, als fühlten sie ihr kind, das sich verliert und auf einen unbestimmten punkt starrt, um sich zurechtzufinden was nicht möglich ist, einige dieser leute finden sich beisammen, zufällig, in der gondel des riesenrads im november, der letzten kirmes in diesem jahr, hernach alle fahrgeschäfte eingefahren werden und verstaut, eilig vor dem sturm, dem langen regen, den schwerfallenden blättern etc. ja, es ist kalt und es ist eine der letzten fahrten am abend, die kirmesbediensteten sind müde, ausgelaugt, die kartenverkäuferin trinkt bier aus der flasche, sie animiert kaum noch, und wenn man zählt, bleiben nur wenige auf dem platz. irgendjemand steigt noch zu, das riesenrad hält an. oben in der gondel schlägt regen hinein, eine pfütze entsteht an den füssen, und das feuerwerk zum abschluss der vergnügungstage kann nicht stattfinden. der blick über das alte dorf wird aufgegeben, fremde hände greifen ineinander, drücken sich, damit es weiter fährt, nach unten, man will nachhause, den kindern, die längst schlafen, gutenacht sagen, hineinschauen in ihr schlafgemach als eine bestätigung, dass die kirchmess vorbei ist, die bunten lämpchen, die rohe musik, der magen, der drückt, das bier, die vielen zigaretten, der falsche kuss an die falsche frau, die stohblume aus der schiessbude, das los, das nicht gewonnen hat und in der jackentasche liegt, zerrissen aber da. der regen sdhlägt ins gesicht, er ist stark geworden, es giesst, man wird nass und ärgert sich. die geisterbahn mit eisregen aus chemie ist fern, das zuhause erscheint im laternenlicht, trüb durch fallendes wasser, man geht hinein in das zuhause, es ist sonntag, der letzte kirmestag, morgen wird der platz geräumt, die spuren der unimogs, traktoren, gestänge und fussspuren der kirmesleute bleiben noch einige tage. dann ist früher winter, frost, kein schnee. die kirmes ist vergessen, kinder und arbeit verlangen nach tun, nach sorge, nach beisichsein, was immer weniger funktioniert. manche träumen sich in den schlaf mit bildern einer kirmes im frühjahr, mild und entspannt und mit gehöriger vorfreude auf die fahrgrschäfte, die angst maxhen ohne angst haben zu müssen.

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